AVARP

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Konzeption und Technische Umsetzung

AVARP ist ein komplexes System zur Erfassung und Wiedergabe von Wetterdaten. Das System soll eine Schnittstelle zum kreativen Umgang mit Datensätzen für interdisziplinäre Projekte zur Datenvisualisierung und -sonifikation ermöglichen. Das System wird modular aufgebaut, so dass Sounddesign, Interfacedesign, Visualisierung und Programmierung nicht nur notwendig sind, sondern ständig weiterentwickelt werden können und sich das System somit laufend verbessert und weiter ausgebaut wird. Neben der hauseigenen Echtzeit-Erfassung von Wetterdaten durch eine selbstgebaute RaspberryPi Wetterstation gibt es die Möglichkeit durch Open Source Wetterdatenbanken vergangene Witterungsbedingungen abzurufen und in unser System zu implementieren. Somit wird es den Rezipienten möglich zu beliebigen Tagen an beliebigen Orten zu reisen und einen Eindruck der damaligen Witterung zu bekommen. Durch die Entwicklung des Kernsystems und entsprechender Module wird die Arbeit der verschiedenen Disziplinen vereinfacht und jede Partei kann sich auf die Inhalte konzentrieren, ohne sich mit der Informatik des Systems beschäftigen zu müssen. Das System wird mit dem Ziel aufgebaut „Plug and Play“ fertige Bausteine anzubieten, mit denen man sofort loslegen und kreativ werden kann.

RasPi Weather Shield

Motivation und Herausforderungen

Durch die aktuelle Klimakonferenz in Paris bekommt das Thema Klima derzeit viel Aufmerksamkeit in den Medien.
Es ist eine schwierige Aufgabe die Auswirkungen des Klimawandels neben der Informationsflut und abstrakten Zahlen für jeden spürbar und greifbar zu machen.

Das AVARP-System soll dabei helfen Künstlern und Designern diese abstrakten Informationen zu verarbeiten und in synästhetische Klangbilder und Visualisierungen zu verwandeln, die leichter zu verstehen sind. Es wird somit nicht nur ein kultureller, sondern auch ein pädagogische Mehrwert damit erzielt.

Durch die automatisierte Anknüpfung von sozialen Netzwerken (z.B. über die Twitter API) ist es sehr einfach möglich tägliche Updates zu geben, welche man sich anhören oder ansehen kann. So bekommt man jeden Tag einen einzigartigen audiovisuellen Eindruck aus dem aktuellen Wetter- geschehen generiert.

Das entstehende Klangbild könnte beispielsweise auch von einem Radiosender gesendet werden.

Insgesamt schafft das Projekt durch das System ein größeres Bewusstsein für das komplexe und schwer greifbare Geschehen in unserer Atmosphäre und hilft dabei sich mit dessen Erhaltung und Veränderung auseinanderzusetzen indem es auf einem ästhetischen Weg diese wunderbare Komplexität darstellt.

nasa-climate

Es stellt sich hier die Frage, ob es möglich ist das Wetter klanglich abzubilden? Wo liegt der klangliche Unterschied zwischen den Jahreszeiten? Und welche Melodie unterscheidet einen kalten von einem warmen Tag? Welcher Akkord klingt besonders sonnig und welches Timbre hat der bunte Herbst?
Die medienpsychologischen Antworten auf diese Fragen sind sicher sehr spannend und wertvoll für jeden Audiodesigner und Komponisten.

Für uns wird die Natur mit ihren Launen zum Komponist. Wir wollen Versuchen den unendlichen Fluxus unserer Atmosphäre für Jeden hörbar zu machen. Studenten jeden Fachsemesters können sich an dieser Aufgabe messen und nach eigenen Vorstellungen Entwürfe gestalten.
Es wird spannend herauszufinden bei welchen Ideen man sich einig wird und wo sich die Geister scheiden.

Einen synästhetischen Klangeffekt zu erzeugen, der für jeden Menschen universell funktioniert ist eine große Herausforderung und bedarf viel Kreativität und Abstimmung im Sounddesign. Neben den wenigen psychoakustischen Tricks, die den meisten Klangtüftlern bekannt sind, sind hier noch viele Fragen offen und es gibt viel zu entdecken.